Wein selber machen
Der einfache Weg Wein selber zu machen

Wein selber machen

Die Herstellung von Wein ist ein Geheimnis, das von Winzer zu Winzer weitergegeben wird. Und es sind die unzähligen viele Kniffe und Tricks, die einen guten Tropfen Wein ausmachen. Es fängt schon lange vor der Lese mit den Reben am Weinberg an und endet selbst dann noch nicht, wenn der Korken die Weinflasche verschlossen hat. Doch einen einfachen Wein kann jeder zu Hause selber machen. Es gehört dazu nicht viel. Auch ein eigener Weinberg ist nicht unbedingt notwendig.

Was sie benötigen:
  • Drei Liter 100%iger Traubensaft
  • 3 cl Wasser
  • mehrere Glasflaschen zum Abfüllen
  • Trichter
  • Trocken-Backhefe
  • Zucker
  • saubere Stoffserviette / Reste eines alten aber sauberen Geschirrtuch

Das erste Problem ist, wirklich reinen Traubensaft zu erhalten. Im Supermarkt werden Sie sehr schnell erkennen, dass selbst bekannte Marken das Versprechen „100% Frucht“, „aus 100% Traubensaft“ nicht wirklich halten. Eventuell ist es ratsam, Traubensaft bei Winzern zu erwerben.

In ein kleines Glas geben Sie 3cl klares Wasser und fügen einen halben Teelöffel Backhefe und einen Teelöffel Zucker hinzu. Rühren Sie so lange, bis der Zucker und die Hefe sich vermengt haben. Decken Sie das Glas zu und stellen Sie das Glas für ein paar Stunden/Nacht an einen dunklen Ort. Es sollte dort nicht zu kalt sein. Nach ein paar Stunden sollte sich auf Ihrer Mixtur eine dicke Schicht Schaum gebildet haben.
Teilen Sie dann die drei Liter Traubensaft in vier sorgsam gereinigte Flaschen gleichmäßig auf. Geben Sie in jede Flasche mit Traubensaft zweieinhalb Esslöffel Kristallzucker hinzu und schütteln/rühren Sie den Traubensaft so lange, bis der Zucker sich vollständig aufgelöst hat.
Nehmen Sie nun Ihr Hefe-Zuckerwasser und geben Sie in jede Ihrer vier Flaschen je ein Viertel der Schaumschicht und drei Teelöffel des Hefe-Zuckerwasser. Rühren oder schütteln Sie jede Flasche noch einmal gut durch.
Nun folgt der sogenannte Fermentierungsprozess, in dem der Zucker abgebaut wird und Alkohol entsteht. Verschließen Sie die Flaschen mit einem Stoffpfropfen aus den Stoffservietten. Ziel dieses Verschlusses ist es, dass keine Luft mehr in die Flasche eindringt, aber aufsteigende Gase entweichen können. Befestigen Sie den Verschluss evtl. mit Gummiringen oder auch Klebeband (peinlich darauf achten, dass Ihre Hilfsmittel den Stoffverschluss nicht komplett abdichten!)
Nun stellen Sie Ihre Flaschen in einen dunklen Keller. Idealerweise hat der Keller rund 25 Grad Umgebungstemperatur. Wenn Ihr Keller kälter ist, wählen Sie einen anderen Ort. Wichtig ist nur, dass kein Licht eindringt.
Der Fermentierungsprozess dauert rund 9 bis 12 Tage. Wenn Sie einen kälteren Keller gewählt haben, kann der Prozess länger andauern. Sie erkennen die „Reife“ an einer Ablagerung am Boden der Flasche. Vom Wein ist Ihr Gemisch leider noch weit entfernt.
Nun müssen Sie den Fermentierungsprozess neu beleben. Füllen Sie ihren zukünftigen Wein drei Mal mit je einem oder zwei Tage Pause dazwischen um. Wichtig bei jeder Umfüllung ist folgendes:
  • Versuchen Sie möglichst viel Sauerstoff beim Umfüllen in den Wein zu bekommen. Lassen Sie die Flüssigkeit von möglichst weit oben in einen Trichter fließen, so dass der Wein „sprudelt“
  • Die Ablagerungen sollen nicht mit umgefüllt werden.
  • Verschließen Sie die Flaschen wieder mit der Stoffserviette
  • Stellen Sie die Flaschen wieder an einen dunklen Ort

Durch das Zurückhalten der Ablagerungen wird die Menge Ihres Weines abnehmen. Benutze Flaschen können Sie Wiederverwenden. Diese müssen jedoch zwischendurch mit klarem Wasser ohne Spülmittel etc. gereinigt werden. Evtl. benötigen Sie eine Flaschenbürste um die Ablagerungen zu entfernen.

Erste Kostprobe des eigenen Wein
Probieren Sie von Ihrem Wein. Ist er süß, bedeutet dies, dass der Zucker sich noch nicht in Alkohol umgewandelt hat. Gönnen Sie dem Wein bis zur nächsten Umfüllung mehr als 1-2 Tage Ruhe. Ist Ihr Wein sauer, beschleunigen Sie den Zyklus des Umfüllens. Die Abwägung ist leider beim „Hausgebrauch“ Gefühlssache. Ein wenig experimentieren hilft Ihnen bei der Erzeugung Ihres exklusiven eigenen Weines.

Der fertige Wein
Beim letzten Umfüllen verhindern Sie bitte, dass Sauerstoff in den Wein kommt. Gießen Sie vorsichtig Ihren Wein um. Nun sollten Sie einen klaren Wein ohne Satz haben, den Sie schon jetzt probieren und trinken können.

Aufbewahrung des exklusiven Wein
Wenn Sie Ihren Wein aufbewahren möchten, füllen Sie Ihren Wein beim der letzten Umfüllprozedur in die endgültige Flasche um. Achten Sie darauf, dass die Flaschen sehr voll sind, so dass kaum noch Luft in der Flasche verbleibt. Verschließen Sie die Flaschen luftdicht. Es bieten sich hier auch saubere gebrauchte Weinflaschen mit Schraubverschluss an. Stellen Sie die Flaschen kühl und dunkel für die nächsten ein bis sechs Monate.
Die Qualität Ihres Weines sollten Sie auf jeden Fall beim letzten Umfüllen beurteilen. Denn wenn Ihr Wein nicht Ihren Erwartungen entspricht (was leider durchaus vorkommen kann), dann brauchen Sie den Wein auch nicht zu lagen, denn besser wird der Wein dadurch nicht. So wie ein schlechter Wein auch als Schorle nicht besser wird hat – gemäß meiner Mutter – ein schlechter Wein auch nichts in der Sauce verloren. In diesem Fall ist Ihr Experiment gescheitert und der Wein ein Fall für den Ausguss.
Mein eigner Weinberg - eine kleine Erlebnissgeschichte
Auf der Suche nach dem eigenen Weißwein und Rotwein